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Disruption im Mittelpunkt

Wenn Altbewährtes von bahnbrechenden Innovationen verdrängt wird, spricht man von Disruption. Wie sich gute Ideen durchsetzen, lesen Sie im neuen Magazin.

 

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Jeder Auftrag ist ein Vertrauensvorschuss

Wolfgang Grenke, Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer (CEO) der GRENKE AG

 

Es gibt eine Reihe grundlegender Werte, ohne die das menschliche Zusammenleben nicht funktionieren
kann. Vertrauen zählt in diese Kategorie. Ohne Vertrauen wäre unsere arbeitsteilige Wirtschaft gar nicht handlungsfähig – und ohne eine vertrauenswürdige rechtstaatliche Ordnung, die das wirtschaftliche Miteinander absichert, auch nicht.

 

Jeder vergebene Auftrag eines Kunden an einen Dienstleister oder Hersteller ist ein Vertrauensvorschuss, bei dem sich der Auftraggeber darauf verlässt, dass gegebene Zusagen eingehalten und die versprochene Leistung auch in der gewünschten Weise geliefert wird. Wer dieses Vertrauen aufs Spiel setzt, verliert im Zweifel nicht nur einen Kunden, sondern richtet grundlegenden Schaden an, der weit über das einzelne Ereignis hinaus nachwirken kann.

 

Dieser Verantwortung sollte sich jeder bewusst sein, denn in irgendeiner Form sind wir alle Teil des wirtschaftlichen Lebens. Glücklicherweise ändern sich grundsätzliche Verhaltensweisen von Menschen – und damit auch von den Organisationen, für die sie stehen – wenn überhaupt meist nur langfristig. Das führt dazu, dass vertrauenswürdige Menschen und Organisationen eine statistisch stabile Gruppe bilden. Wer sich also in der Vergangenheit als vertrauenswürdig erwiesen hat, bleibt das in aller Regel auch künftig. Aber oft genug gibt es einfach keine Erfahrungswerte, die sich zur Beurteilung heranziehen lassen. Ohne sie ist es sicher hilfreich, die Interessenslage der anderen zu betrachten. So würde ein Arzt, ein Steuerberater oder ein Richter seine persönliche berufliche Reputation verlieren und müsste möglicherweise seinen Beruf aufgeben, wenn er das Vertrauen missbrauchen würde, das man in ihn setzt.

 

Auch Unternehmen, deren wirtschaftliche Basis die Treue eines Kundenstamms ist, sind in einer vergleichbaren Situation. In all diesen Beispielen sorgt schon das Eigeninteresse dafür, dass mit Vertrauen in aller Regel nicht sorglos umgegangen oder es gar bewusst ausgenutzt wird. Ist die Ausgangssituation weniger klar, kann das bisherige Verhalten eine Beurteilungshilfe sein. So kann man mit kleinen „Vertrauensportionen“ beginnen, die dann größer werden, wenn sich zeigt, dass die kleinen Dosen gerechtfertigt waren.


Es gibt allerdings auch eine klare Grenze zwischen Vertrauen und Vertrauensseligkeit. Letztere ist dann erreicht, wenn man bei Menschen oder Organisationen, denen man viel anvertraut, völlig blind vertraut und überhaupt keine Kontrollen vornimmt. Denn auch wenn man den alten Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ sicher nicht immer wörtlich nehmen sollte – ihn ganz außer Acht zu lassen, ist genauso wenig ratsam. Letztlich bewahrt einen auch das nicht komplett davor, dem oder den Falschen zu vertrauen. Ein gewisses Risiko bleibt immer. Aber auch da ist es wie oft im Leben: Manche Risiken muss man eingehen, weil die Alternative einfach zu viele Nachteile hat.